Die IST-Analyse der Datenerhebungen in den Wasserversorgungen des Perimeters IDEE SEETAL aus den Jahren 2015 bis 2020 zeigt die heutige Wasserbilanz und die Vernetzungen der einzelnen Versorgungen auf.

Die Berechnungen des Technischen Konzepts zeigen, dass auch mit Massnahmen zur besseren Vernetzung der Wasserversorgungen innerhalb der Gemeinden und innerhalb der Region Seetal langfristig ein Defizit bei der Wasserbeschaffung im Umfang von gesamthaft rund 4’620 m³/d verbleibt.

Die Hauptgründe für den zunehmenden Wasserbedarf und das sinkende Wasserdargebot können wie folgt zusammengefasst werden:

  • Bevölkerungswachstum der Region von heute rund 29’700 Einwohner auf mittelfristig 32’500 (+14 %) respektive langfristig 34’000 Einwohner (+21 %)
  • Vermehrte Anschlüsse an die öffentlichen Wasserversorgungen von bisher privat versorgten Liegenschaften und landwirtschaftlichen Siedlungen aus Gründen der Versorgungssicherheit und Wasserqualität
  • Zunehmende Wasserabgaben an Versorgungen ausserhalb der Region
  • Möglicher zunehmender Wasserbedarf aufgrund von veränderten Randbedingungen (Klima, Qualitätsanforderungen, Landwirtschaft etc.) und fehlender oder ungenauer Datengrundlagen, abgebildet durch den Reservefaktor von mittelfristig + 10 % respektive langfristig + 20 %
  • Aufgabe von bestehenden Wassergewinnungsanlagen aufgrund von Schutzzonenkonflikten oder Qualitätsproblemen
  • Aufgabe von Notbrunnen
  • Abnahme der Quellschüttungen auf mittelfristig 95 % resp. langfristig 90 % aufgrund der klimatischen Entwicklungen

Der Wasserbedarf steigt somit an, während sich das Dargebot reduziert. Während heute bei einer idealen Vernetzung der Spitzentag innerhalb des Perimeters IDEE SEETAL gedeckt werden könnte, fehlen bis ins fehlen bis ins Jahr 2050 (Planungsziel 2) rund 4’620 m³/d. Deshalb ist ein externer Wasserbezug unabdingbar. Eine sorgfältige Prüfung aller möglichen Varianten führt zur Empfehlung, das Wasser aus dem Luzerner Reusstal zu beziehen, wo bereits ein Netzverbund mit Eschenbach besteht.

Mehr und mehr drängt die Wasserqualität in den Vordergrund. Immer mehr Giftstoffe, denen eine Gesundheitsgefährdung für den Menschen beigemessen wird, werden in unserem Trinkwasser gefunden. Seit Mitte 2024 dürfen die tiefen Grenzwerte für Chlorothalonil wieder angewendet werden, was mehr als 50% des Wasserdargebots im Seetal gefährdet. Weitere Stoffe, wie etwa PFAS sind in aller Munde. So oder so ist eine gute Wasserqualität kurz- und mittelfristig die grössere Herausforderung, als die benötigte Wassermenge liefern zu können.

Das Technische Konzept zeigt, dass der Handlungsbedarf der einzelnen Gemeinden unterschiedlich ist:

  • Die Wasserbeschaffung ist abhängig von der internen Bilanz der einzelnen Wasserversorgungen. So stehen diejenigen Versorgungen, welche vernetzt sind und leistungsstarke Grundwasserpumpwerke haben, besser da, als nicht vernetzte Versorgungen mit einer hohen Quellwassernutzung.
  • Die Versorgungssicherheit (zweites, unabhängiges Standbein bei der Wasserbeschaffung) ist in einigen Gemeinden nicht gewährleistet. Einige Gemeinden sind sich dessen bewusst und eine Vernetzung ist in Planung / in Umsetzung.
  • Nur knapp die Hälfte der Gemeinden verfügen über eine aktuelle, kommunale «Generelle Wasserversorgungsplanung GWP», um die Weiterentwicklung ihrer technischen Anlagen basierend auf einem Gesamtkonzept zu steuern.

Der zunehmende Wasserbedarf und die Anforderungen an die Versorgungssicherheit können mit folgenden Massnahmen sichergestellt werden:

  • Ein zusätzlicher Wasserbezug aus dem Luzerner Reusstal von rund 3’700 m³/d zur Deckung des zunehmenden Wasserbedarfs und zur Erhöhung der Versorgungssicherheit. Dabei kann auf den bereits bestehenden Netzverbund zwischen Eschenbach und Inwil zurückgegriffen werden.
  • Die interne Vernetzung aller Wasserversorgungen der Region ermöglicht einerseits eine ideale Verteilung der vorhandenen Ressourcen und gewährleistet andererseits die gesetzlich vorgeschriebene Versorgungsicherheit.

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